42 Grad Nord

Der 42. Breitengrad verläuft durch das Mittelmeer, passiert Italien nördlich von Rom und teilt auch die Adria in zwei Teile, einen nördlichen und einen südlichen. Ersterer Teil des Adriatischen Meeres ist ein Paradies für Hobby- und Sportsegler. So begab es sich dann auch, dass ich selbst mich vor einigen Jahren an Bord eines solchen Segelbootes nicht weit von diesem Breitengrad wiederfand.

Mit an Bord: mein Verleger Philip Stein, Benedikt Kaiser, ein heutiger Bundestagsabgeordneter, der damals noch keiner war, und ein Falco-Fan. Wir durchsegelten den Bereich etwas südlich von Split, ließen uns die Sonne auf den Wanst scheinen, gingen schwimmen, führten tiefgründige Gespräche. Und damit enden die Parallelen mit der folgenden Geschichte auch schon wieder. Es bleiben: das Boot, die Sonne, die Adria, der Urlaub.

Eigentlich hätte man diese Kurzgeschichte, die ursprünglich als Teil eines anderen Projektes geschrieben worden ist, jetzt gar nicht mehr veröffentlichen müssen. Wäre da nicht eine kleine Kuriosität: dass die Themen und der Stil bereits auf etwas hinweisen, das erst eineinhalb Jahre später entstehen sollte, nämlich den Roman Herrengedeck. Da ist der Kampf der Geschlechter. Da ist der verbale Schlagabtausch über Sinn und Zweck »der Sache«. Da ist das Böse, das am Horizont aufzieht. Jetzt, da die Nächte lang sind und Herrengedeck mitnichten das ist, was man einen »literarische[n] Sundowner« (Harald Schmidt) nennen würde, ist es vielleicht an der Zeit, diesen Zwischenschritt dokumentiert zu wissen.

Volker Zierke, Dezember 2025


Es liegt in der Natur der Sache, dass Dinge nie ganz gut und nie ganz böse sind. Das trifft auch auf Menschen zu. Nie sind sie ganz verabscheuungswürdig, nie ganz perfekt. Nur den wenigsten Menschen ist das bewusst, und deswegen gehen die meisten dazu über, andere zu idealisieren oder zu verdammen. Ich habe das nie getan. Vielleicht gelingt es uns, vor dem Ende die wahre Natur des Anderen zu erkennen.

Harry war schon immer gut darin gewesen, die Aufgaben zu verteilen. Robert sollte die Fender einholen, während er unter dem Segel stand, das weiß-blaue Hemd offen, sodass man seine glatte Brust sah, einen Fuß auf die Sitzbank gestellt, die rechte Hand trotz der Sonnenbrille über die Augen gelegt, verschmitzt in die Ferne blickend, das blonde Haar im angehenden Fahrtwind lodernd. Mir wurde nicht einmal das Einholen der Fender zugebilligt, das einfache Aufnehmen dieser kleinen Plastikbehälter, die verhindern sollten, dass unser Boot an der Mole Schaden nahm. Vielleicht gab es aber auch einfach nichts zu tun. Woher hätte ich auch wissen können, welche Schritte nötig waren, um ein Segelboot aus dem Hafen auf See zu bringen, um dann schnell durch die Adria zu kreuzen? Harry wusste es, natürlich, weil er einfach gut darin war. Oder sein Vater hatte es ihm beigebracht, sein Vater, dem das Boot gehörte und mit dem er seit seiner Kindheit unzählige Male in See gestochen war.

Harry drehte sich um, als hätte er gehört, dass ich über ihn nachdachte, und lächelte mich selbstsicher an. »Ist es eigentlich das erste Mal, dass du ohne Hilfe deines Vaters in See stichst?«, fragte ich ihn, um mir keine Blöße zu geben. Er antwortete mit einer Gegenfrage: »Hast du Angst, dass es das erste Mal sein könnte?«

Harrys Absichten waren von Anfang an klar gewesen, ich hatte es gewusst, bevor er mich auf dem Unicampus gefragt hatte, ob ich Lust hätte, auf »seinem« Boot segeln zu gehen. Zwischen den Gebäuden der Jurafakultät und der der Philosophen lag der Ententeich, erst vor wenigen Wochen hatten wir dort gestanden, und Harry hatte Steine in den See geworfen und gemeint, er könne mich mitnehmen. Ich hielt ihn für einen Angeber, einen Schwätzer, einen durch und durch archetypischen Jurastudenten, der Vatis Segelyacht benutzt, um Frauen herumzubekommen. Allerdings musste ein Teil seiner Taktik aufgegangen sein, sonst wäre ich schließlich nicht hier gewesen, auf diesem Boot in der Adria. Immerhin hatte er Robert mitgenommen, seinen Kommilitonen, den ich noch aus der Schule kannte. Sozusagen als vorgeschobenen Mittelsmann, neutralen Richter, notfalls Zeugen, falls ich fürchten sollte, auf der Fahrt über Bord geworfen zu werden oder so etwas. Er musste sich bestimmt wie das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen vorkommen, als derjenige, der im Weg stand, während Harry mich erobern wollte.

Komischerweise waren das Gedanken, die ich an Land oder noch im Flieger nach Split gehabt hatte. Sobald die Brise durch sein Haar wehte, bekam man unweigerlich den Eindruck, dass Harry tatsächlich um des Segelns willen auf das Boot gekommen sei. Er beherrschte das Handwerk, zeigte uns die Knoten, gab die Befehle, und bald war der Hafen hinter uns winzig klein geworden, ein Sausen umfing uns, und wir sahen und dachten nichts anderes. Aber das hielt nicht lang. Ich kann nicht aufhören zu denken.

Tatsächlich war Harry kein so langweiliger und vorhersehbarer Typ, wie das jeder denken musste, der ihn sah. Oder: wie ich anfangs dachte. Schließlich war ich ihm ja auch bereitwillig hierher gefolgt. Nun, da wir vernünftig im Wind lagen, gab es vorerst nicht viel zu tun, bei dem er mit seinem Führerinstinkt oder seiner Seemannskunst glänzen konnte. Gediegen glitt unser Boot daher, um uns herum nur das glänzende und rauschende Wasser, in einiger Entfernung die steinigen Berge, die sich in die Höhe schoben. Also nahm sich Harry eine Bierdose, öffnete sie geräuschvoll und stieß mit Robert an. Lautlos verstrichen die Stunden, in denen wir über das Meer segelten.

Eine gute Eigenschaft von Harry war, dass er nicht viel redete. Man mochte zwar den Eindruck gewinnen, dass er ein Schwätzer sei, doch tatsächlich sprach er nicht so viel, und wenn er sprach, dann hatte das – zum Erstaunen derjenigen, die ihn falsch einschätzten, und meist auch zu deren Ärgernis – Hand und Fuß. Auch bei unseren Dates zuvor war er niemals belanglos oder nervig gewesen, hatte nie Floskeln bemüht. Philosophie mochte nicht sein Studienfach sein, deswegen wagte er es wohl nicht, mit mir über derlei zu diskutieren und am Ende zugeben zu müssen, dass er mir unterlegen war. Trotzdem interessierte er sich wohl dafür, hatte dieses oder jenes gelesen und fragte mich nach meiner Meinung. Er wollte nie zu viel.

Unter Deck waren die Verhältnisse so schlicht, wie sie in meinem Kopf hätten sein müssen. Vom Achterdeck, auf dem wir stets saßen und von dem aus Harry das Schiff steuerte, führte eine kleine Treppe hinab in eine Art Gemeinschaftsraum. Hinter der Treppe lagen links und rechts zwei Schlafkabinen, davor auf der einen Seite ein winziges Bad. Der Gemeinschaftsraum war an die Länge des Bootes angepasst und an einer Seite mit einer Küchenzeile ausgestattet, an die sich ein kleiner Esstisch mit Sitzbank anschloss. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich eine weitere lange Bank. Geradeaus, zum Bug hin, lag die dritte Kabine.

Als Harry mich gefragt hatte, ob ich mit ihm auf einen Segeltörn gehen wolle, wäre ich beinahe wütend geworden. Er hatte gesagt, Freunde kämen mit, und ich weiß nicht, was daran mich wütend gemacht hatte: meine Annahme, dass seine Freunde mutmaßlich ebenfalls die Kinder reicher Anwälte und Politiker waren, und meine Unlust, mich mit solchen Gestalten abzugeben, ja auf ein Boot sperren zu lassen? Oder war es die Vermutung, dass das Mitbringen von Freunden nur ein Vorwand sei, um zu signalisieren: »Alles ist in Ordnung, wir machen die Reise auch ohne dich, du bist nicht der Mittelpunkt. Komm mit oder lass es.«? Dann: Bei der Größe dieses Bootes hätte Harry doch darauf spekulieren müssen, in einer Kabine mit mir zu landen. War er so blöd zu denken, dass ich diesen Gedankengang nicht voraussehen würde? Oder hielt er mich für naiv? Wenn ich daran dachte, wurde ich wieder wütend, wie damals, als er mich gefragt hatte. Aber dann legte ich mir alles zurecht und sagte mir, dass nichts außer meinen Gedanken in meinem Kopf gegen die Reise spräche.

Wonach bewerten wir die Menschen? Wenn es ihre Taten sind, dann war Harry wundervoll und alles, was ich mir an einem Partner immer gewünscht hatte. Ich müsste nur einmal meinen Kopf ausschalten können, sagte ich mir. Das tat ich dann. Nachdem ich ihn auf seine Frage hin, damals, am Ententeich zwischen den Fakultätsgebäuden, neuneinhalb Minuten lang passiv-aggressiv zum Wahnsinn getrieben hatte, sagte ich zu, mit ihm und seinen Freunden auf einen Segeltörn in der Adria mitzukommen. Dass von seinen Freunden am Ende nur Robert übrig geblieben war, wertete ich als Treppenwitz. So hatte jeder seine eigene Kajüte, und man konnte Harry gar keine unlauteren Motive unterstellen – außer natürlich, er habe das so eingefädelt, um mich in Sicherheit zu wiegen. Robert, der arme Dritte, der verhindern sollte, dass es eine Angelegenheit nur zwischen Harry und mir wurde. Ich glaube, Harry wusste gar nicht, dass Robert und ich uns noch aus der Schule kannten, und wie ich Robert einschätzte, hatte er Harry auch nicht darüber in Kenntnis gesetzt, weil es ihm peinlich gewesen wäre. Vielleicht wusste nicht einmal Robert mehr von dieser Sache, und es wäre für uns beide angenehmer gewesen.

Als ich das Boot betreten hatte, hatte Harry mir die große Kabine im Bug zugewiesen. Er bestand darauf, denn diese war die größte und damit komfortabelste. Mit Sicherheit wäre sie ansonsten seine Kabine geworden, die des Skippers, des Kapitäns. Das war sehr nett von ihm gewesen. Ich öffnete meine Reisetasche, die ich aufs Bett geworfen hatte, und betrachtete die Dinge, die ich hineingestopft hatte. Ohne jegliche Segelerfahrung hatte ich mich entscheiden müssen, ob ich Klamotten auswählte, von denen ich dachte, dass sie bei rauer See nützlich sein würden, oder ob ich etwas tragen wollte, worin ich Harry gefallen könnte. Dementsprechend blickte ich nun auf ein relativ willkürliches Sammelsurium von Sportschuhen, Regenjacken, kurzen Hosen, einem Sommerkleid und etwas eleganteren Blusen. Einerseits war die Adria nun nicht für regnerisches Wetter bekannt, andererseits wollte ich mir nicht einreden, Harry sei tatsächlich so etwas wie oberflächlich. Trotzdem musste ich, was auch immer ich anzuziehen wählte, anmaßend-lächerlich zusammengewürfelt aussehen. Vor allem unpassend, wie jemand, der nicht hierhergehörte. Vielleicht passte ich tatsächlich nicht her. Und nicht zu Harry.

Als ich die Kabine wieder verließ, hörte ich von Deck die aufgeregten Stimmen der beiden Männer, die sich offenbar über etwas stritten. Ich hielt einen Moment inne, um vielleicht verstehen zu können, worüber die beiden aneinandergeraten waren. Doch der heulende Wind und die Geräusche des Bootes in voller Fahrt verhinderten das. Kurz darauf kam Robert mit einer leeren Bierdose in der Hand die Treppe herunter. Als er mich sah, hielt er inne.

»Lauschst du?«, fragte er mich.

»Worüber streitet ihr?«, setzte ich zur Gegenfrage an.

Robert machte eine wegwerfende Handbewegung, stellte das Bier ab und verzog sich in seine Kabine. Oben an Deck stellte ich Harry die gleiche Frage, aber auch er wiegelte ab.

»Eine kleine Meinungsverschiedenheit unter Freunden«, murmelte er.

»Woher kennst du ihn eigentlich?«, fragte ich.

Harry erzählte mir, wie er Robert während eines Proseminars an seiner Fakultät kennengelernt hatte, erst voriges Semester. Sie hatten ähnliche Interessen, zuvorderst das Jurastudium natürlich, aber auch darüber hinaus – Segeln, Sport.

»Komisch«, meinte ich, »ich finde euch sehr unterschiedlich.«

Ich dachte über meine Worte etwas nach, nachdem ich sie ausgesprochen hatte, denn eigentlich schien mir Robert in gewisser Weise ganz ähnlich wie Harry zu sein. Oder: Er wollte es sein. Nur in allen Belangen mittelmäßiger als der blonde Jüngling mit den guten Noten, dem sicheren Praktikumsplatz bei einer hervorragenden Kanzlei, dem perfekten Körper, dem vollen Haar, der Aura des Kapitäns. Harry hatte mir erzählt, dass sich die Kanzlei, bei der er sich beworben hatte, hauptsächlich mit Umweltschutz auseinandersetzte. Natürlich hatte ich darauf etwas leicht Ironisches geantwortet, aber es hatte mich auch beeindruckt, dass er anscheinend nicht auf Geld oder Prestige aus war.

Harry unterbrach meine Gedanken mit einer Frage nach Robert. »Du kennst ihn länger als ich, oder?«

»Ich kenne ihn aus der Schule«, antwortete ich, »ich weiß nicht, wann er mir das erste Mal aufgefallen ist.«

Dann sagte ich nichts mehr und beobachtete stattdessen seinen inneren Kampf, ehrlich mit mir zu sein und mir einfach zu sagen, dass er diese Bootsreise am liebsten nur mit mir allein unternommen hätte, ohne Robert, auch auf die Gefahr hin, wie ein Creep zu wirken. Vielleicht wäre das besser gewesen, antwortete ich ihm, ohne dass er seine Gedanken ausgesprochen hätte.

Wir erreichten einen kleinen Hafen, einen Geheimtipp, wie Harry sagte, und plötzlich kam Bewegung in unsere Mannschaft. Routinemäßig stellte sich Harry hinter das Steuer und erklärte Robert und mir, was nun geschehen würde, wenn wir den Kurs wechselten. Wie ein erfahrener Kapitän rief er seine Kommandos in den Wind, auch ich musste anpacken und auf einer Seite sachte die Leine gehen lassen, die Robert steuerbords mit der Winsch aufspulte. Schnell waren wir auf Kurs Richtung Bucht, in der die kleine Marina liegen sollte, sofort plusterte der Wind die Segel wieder auf, Harry war zufrieden, das Manöver hatte gut geklappt. Die Sonne stand bereits tief, als wir das dunkelblaue Wasser vor der Hafenmole durchschnitten. Es handelte sich tatsächlich nur um den einen Pier, an dem noch drei andere Segelschiffe schwankten. Üblicherweise, so erzählte es Harry, waren die Häfen hier alle touristisch ausgebaut, von vielen Segelsportlern besucht und deswegen sehr anstrengend, doch dieser nicht. Ich glaubte es ihm.

Nach dem Anlegen ging Harry noch einmal das Boot ab und ermahnte uns, die Klampen richtig zu belegen. Anschließend lud er uns ins nahe Restaurant ein, tatsächlich die einzige und direkt am Kiesstrand gelegene Wirtschaft in dem kleinen Dorf, das sich um den Pier gebildet hatte und lediglich aus zwei Straßen bestand, an denen sich niedrige Steinhäuser drängten. Ein schlaglochgeplagter Weg führte an Olivenplantagen entlang in die Berge. Die Sonne war schon fast verschwunden, Harry hatte sein Hemd zugeknöpft. Er bestellte für uns das Essen.

»Lasst mich mal machen. Das hier …«, er zeigte mit seinem Finger irgendwo auf die Karte, »… hat heute morgen noch im Wasser gezappelt!«

Er fuhr fort: »Gerade bei Fisch ist die Qualität entscheidend – ein guter Fisch, der kommt im Prinzip direkt aus dem Wasser.«

»Ich mag aber keinen Fisch«, erklärte ich ihm.

»Diesen wirst du mögen«, gab er zur Antwort.

Die forsche Art, mir mein Essen vor die Nase zu setzen, verärgerte mich ein wenig. Wie konnte er es sich herausnehmen, für mich zu bestimmen? Genauso wäre es ja möglich, dass ich mich vegan ernährte. Ich teilte ihm das mit, auch um seiner Selbstsicherheit Grenzen zu setzen – vielleicht, um ihm deutlich zu machen, dass er das Ruder nicht so sicher in der Hand hielt, wie er zu glauben meinte. Zu meiner Befriedigung verärgerte ihn das etwas oder irritierte ihn, jedenfalls wich er aus und meinte, er habe nicht anzugeben versucht.

»Glaub mir, der Fisch wird dir schmecken«, sagte er, »ich mag selbst nämlich auch keinen Fisch. Den hier schon. Ich war mit meinem Vater schon oft hier.«

Erst dachte ich, er wolle sich versöhnlich zeigen, doch dann trat er grundlos nach: »Als Philosophiestudentin bist du doch eh nur Mensa und Tiefkühlkost gewohnt.«

Das war vielleicht als Scherz gedacht, aber ich fand das gar nicht witzig. Vielleicht hielt er mich für eines der Mädchen, die inmitten ihres Zweitsemester-Breakdowns in der Nacht vor der Prüfung Unmengen an verpasstem Stoff aufzuholen versuchten und sich währenddessen nur von Instantnudeln und den eben erwähnten Pizzen ernährten. Der Vorwurf, den ich heraushörte, war nicht, dass ich es mir nicht leisten könnte, hochqualitatives Essen direkt vom kroatischen Fischer zu konsumieren, sondern, dass ich mein Leben nicht im Griff hätte, dass chronischer Zeit- und nicht etwa Geldmangel mich dazu zwänge, die Nahrungsaufnahme auf eine möglichst kurze Zeitspanne zu reduzieren. Er dagegen ging mutmaßlich jeden Tag perfekt geplant an, stand noch vor dem Weckerklingeln auf, absolvierte zuerst einige Sporteinheiten und stieg dann unter die Dusche, um seinen Triathletenkörper zu pflegen, wonach er diszipliniert seinen Examensstoff abarbeitete, ehe es ans Mittagessen ging.

»Normalerweise kocht deine Mutter für dich, oder?«, entgegnete ich ihm kalt.

Robert kicherte unterwürfig.

»Nein, ich mag einfach nur gutes Essen.«

Dann brachte der Kellner den Fisch. Er schmeckte hervorragend, und ich konnte nicht anders, als Harry für die Empfehlung zu loben.

An diesem ersten Abend hatte sich Robert gleich nach dem Essen ins Bett begeben, weil er viel getrunken hatte, und ich hatte das Gefühl, dass er schlecht gelaunt war. Ich bin mir auch sicher, dass Harrys und meine Art, miteinander umzugehen, für Außenstehende nur schwer erträglich sein konnte. Harry und ich waren nach dem Essen auf die Sitzbänke des Achterdecks zurückgekehrt, wo noch ein kleines Licht brannte. Ich kam nicht umhin, auch hier eine Taktik Harrys zu wittern, der Robert möglicherweise gebeten hatte, uns beizeiten alleinzulassen. Allerdings war die Trunkenheit Roberts kaum vorgespielt gewesen, vermutlich war ihm angesichts der Lage wirklich nichts anderes übrig geblieben, als sich zwei Flaschen Wein einzuverleiben. Deswegen und weil ich mich nach meinen Sticheleien vor dem Essen schuldig fühlte, ließ ich es zu, dass Harry mich küsste. Danach verabschiedete ich mich zügig und schlief in meiner abgesperrten Kabine einen tiefen, festen Schlaf.

Wenn ich aus den kleinen länglichen Fenstern zu beiden Seiten meines Bettes schaute, dann befand ich mich mit dem Kopf nur knapp über der Wasseroberfläche. Auf der Backbordseite sah ich den Bug des anderen Bootes, das auf unserer Seite am Pier angelegt hatte. Aus dem Steuerbordfenster konnte man über die dunstige See bis zum gegenüberliegenden Ufer der kleinen Bucht schauen, von dem aus die Berge steil anstiegen. So knapp über dem Wasser und so knapp vom Wasser getrennt fühlte ich mich klein und unbedeutend. Robert und Harry mussten beide noch schlafen, ihre Kajütentüren waren geschlossen. Ich entschied, mir die Füße zu vertreten und ein wenig die Insel zu erkunden. Entlang der Straße und dem Olivenhain, den ich gestern gesehen hatte, stieg ich den Berg hinauf. Ich pflückte eine Olive und steckte sie mir in den Mund, aber sie schmeckte nicht so, wie ich sie aus der Küche kannte, und ich spuckte die Frucht samt Kern wieder aus. Von einem kleinen Felsvorsprung aus hatte man eine hervorragende Sicht auf die Bucht, über der sich nun die Morgensonne erhob. Trotz der famosen Kulisse bedrückte mich seit heute Morgen, nein, vielleicht schon, seit wir im Flieger gesessen hatten, ein ungutes Gefühl, eine Stimme, die mir sagte, dass ich hier zwischen die Fronten geraten sei, dass nicht alles so sei, wie es schien, dass man sich nicht so mühelos hingeben dürfe. Unwillkürlich tat ich das, was ich immer tat, und focht in meinen Gedanken den Widerstreit der beiden Seiten aus. Ich ärgerte mich darüber, dass ich die Dinge nicht einfach auf mich zukommen lassen konnte.

So verspürte ich einen dicken Kloß in meinem Hals, als ich unten den Kiesstrand sah und Robert und Harry, die ein morgendliches Bad im Meer nahmen. Sie winkten mir zu und ich hob die Hand, ging aber zügig zum Boot zurück, denn die Lust aufs Meer war mir vergangen.

Als wir später ablegten, blickte ich auf diesen schönen Ort zurück und fragte mich, ob immer alles so schwer und schön gleichzeitig sein müsse. Harry schien zu spüren, dass es in mir arbeitete, weil ich meinerseits spürte, dass seine Überheblichkeit vom Vortag verflogen war. Wir vereinbarten per Gedankenübertragung, die nächste Möglichkeit zum Gespräch zu nutzen. Als habe er uns dabei belauscht, verdrückte Robert sich aufs Vordeck, um sich dort zu sonnen. Harry, der seine Sonnenbrille abgenommen hatte, sah mir ernst und aufrichtig bedrückt in die Augen.

»Was erwartest du vom Leben?«

»Gar nichts«, antwortete ich wahrheitsgemäß. Einige Augenblicke später verspürte ich dann das Bedürfnis, das auszuführen.

»Ich erwarte nichts vom Leben, weil mir das Leben vollkommen egal ist. Das bedeutet nicht, dass mir alles im Leben egal ist.«

Harry zeigte sich von meinem pathetischen Vortrag nicht überrascht.

»Es ist also alles egal«, fing er an, »ob man hier ist oder dort, auf diesem Boot oder zu Hause in einer Wohnung, wo die Wände zu schimmeln beginnen?«

»Natürlich nicht«, antwortete ich und lächelte ihn zärtlich an – zum ersten Mal übrigens, glaube ich.

»Es ist nur so, dass das Leben eben nicht dazu da ist, um möglichst viel Geld anzuhäufen oder ›etwas zu erreichen‹. Das ist einfach nicht der Sinn.«

»Sondern?«

»Wo soll das hinführen?«

»Findest du nicht, dass ›etwas zu erreichen‹ auch dazu führen kann, die Welt ein bisschen besser zu machen?«

»Nein«, sagte ich, weil mir keine bessere Antwort einfiel.

Nach kurzem Überlegen rief Harry: »Wenn es schon nicht darum geht, die ganze Welt besser zu machen – warum dann nicht wenigstens für dich?«

»Ich für meinen Teil habe erkannt, dass das Leben sich nicht besser machen lässt. Dass im Leben immer diese fehlerhafte Melodie inbegriffen ist, die alles so bitter macht. Dass es keinen mystischen Urzustand der Erde gibt, in dem alles perfekt und in sich geschlossen ist. Und das, was du mit dem ›für mich selbst‹ meinst – das ist einfach nur Selbstbetrug.«

»Natürlich können wir unsere eigene Realität gestalten. Ich verstehe ja, dass man sich damit nicht rein auf Oberflächlichkeiten beschränken sollte. Schau doch unsere Eltern an. Ich zumindest bin nicht so wie mein Vater. Uns beiden – dir und mir – geht es doch nicht um Status und Geldanlagen, um Urlaub und Autos.«

»Und trotzdem willst du, genau wie dein Vater, Anwalt werden.«

»Weil ich etwas schaffen möchte«, antworte Harry und blickte auf die See hinaus. »Eine Welle könnte dich im nächsten Moment von Bord spülen und du würdest sterben, und es wäre dir sogar noch egal.«

Vielleicht hatte er recht, ich wusste es selbst nicht immer genau, aber für den nächsten Moment wünschte ich mir nicht, von einer Welle über Bord gespült zu werden. Ich fragte mich, ob ich wie ein Stein untergehen würde und wie das wohl wäre, bei vollem Bewusstsein immer tiefer zu sinken. Vermutlich ertränke man ohnehin vorher.

»Das ist mein Ernst«, unterbrach Harry meine Todesgedanken, »ich will nicht Anwalt werden, um das jedem auf die Nase zu binden. Ich will etwas verändern durch das, was ich tue.«

»Und ich glaube, das bringt nichts«, flüsterte ich. »Die Welt ist nicht zu verbessern. Sie ist eben so, wie sie ist. Immer.«

»Dann musst du dir aber jetzt sofort in den Kopf schießen. Jetzt sofort«, sagte Harry ernst.

Eine Windböe fegte über das Deck unseres Bootes und verschluckte meine Worte, sodass ich sie lauter wiederholen musste.

»Könnte ich. Aber ich will es nicht. Ich will die Welt nicht verbessern, weil das nicht in meiner Macht steht. Ich will das machen, was mich ›mich‹ macht.«

Harry runzelte die Stirn, dann lachte er mich an. »Wie nennt man das, wenn das Weltverbessern mich erst ›mich‹ macht?«

»Oh, das ist wirklich clever. Solange du nicht erwartest, dabei versehentlich wirklich die Welt zu verbessern, ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden.«

Harry schien mit dieser Antwort zufrieden zu sein, und in diesem Moment fragte ich mich, ob wir beide vielleicht eigentlich gar nicht so unterschiedlich waren. Aus Rücksicht auf mich hatte Harry aber wohl darauf verzichtet, mir eine entscheidende Frage zu stellen: Was machte mich denn »mich«? Was war das bei mir? Hatte mein »Ich« einen Zweck? Oder war die Frage nach dem Zweck – der Weltverbesserung, meinetwegen – nicht auch wieder utilitaristischer Unsinn? »Nutzbar gemachter Immaterialismus«, sagte ich laut. Vielleicht wäre eine Welle, die uns von Bord spülte, doch nicht so unpraktisch.

So schnell, wie der Wind gekommen war, flaute er wieder ab. Die letzten Meilen ließ Harry den Motor laufen, damit wir noch rechtzeitig am vorläufigen Ziel unserer Reise ankamen. Es handelte sich um eine kleine Bucht in einem der Naturschutzgebiete der Inselwelt, die laut Harry durch ihr strahlend grünes Wasser herausstach. Außer unserem Boot schien es hier kein Anzeichen menschlicher Gegenwart zu geben, und ich schöpfte Mut. Eigentlich war alles absolut nicht beklagenswert: Das Wetter war sonnig schön, wir waren an einem besonderen Ort auf dieser Erde, entspannt, ohne jegliche Hektik, und Harry war, so musste ich doch zugeben, wesentlich reflektierter über das, was er tat und vorhatte, als ich anfangs erwartet hätte. Offensichtlich war er kein Jura studierender Schnösel mit Daddys Geld auf dem Konto, sondern nur jemand, der sich den Anschein gab, so zu sein, in Wirklichkeit aber ein verkappter Romantiker war. Vielleicht mochte ich ihn ja, warf ich mir selbst vor.

Er stand am Steuerrad, als er mich fragte, woran ich dächte.

»Ich denke über dich nach, natürlich.«

Die Antwort schien ihn selbstsicher zu machen, und er führte das Ankermanöver perfekt aus. Sachte schaukelte unser Boot in den sanften Wellen. Diese Bucht war nicht von hohen Bergen umgeben, stattdessen machte sich vom felsigen Ufer aus niedriges Buschwerk breit. Mittlerweile hatte Robert sich von jeglicher Scham befreit – er sprang nackt ins tatsächlich wundersam grüne Wasser. Harry und ich sahen uns an und zogen es vor, uns in unseren jeweiligen Kabinen umzukleiden, bevor wir ebenfalls den Sprung ins Meer wagten. Über eine Leiter am Heck kletterten wir immer wieder zurück an Bord, und immer und immer wieder sprangen wir ins Wasser, tauchten und johlten und prusteten. Das musste lange so gegangen sein, Erschöpfung machte sich in mir breit. Mit nassem Haar warf ich mich auf das Vordeck und blieb regungslos liegen. Ich hätte schwören können, dass mein Herz schwächer als sonst schlug. Weil mein Blutzucker auf einem Tiefstand war, so vermutete ich. Dann fühlte ich mich vollkommen antriebslos, meine Zehen begannen zu kribbeln und mir wurde übel vor Hunger. Harry und Robert waren nicht wieder an Bord gekommen. Den Kopf zur Seite drehend sah ich, wie die beiden in Richtung des Ufers schwammen. Vollkommen befreit von der Last der Zeit starrte ich in den Himmel, an dem nun einige Wolken standen. Keine klaren Gedanken konnte ich artikulieren. Ich weiß nicht, wie lange ich so lag.

Plötzlich einsetzende Kälte, verursacht durch eine Wolke, die sich vor die Sonne geschoben hatte, zwang mich aufzustehen. Eingewickelt in ein Handtuch beschloss ich, unter Deck nach Essen zu suchen, um etwas zu Kräften zu kommen. Wankend und nicht sicher, ob durch den Wellengang oder meine Schwäche, schleppte ich mich die kurze Treppe hinab. Die kleine Küche mit der Holzverkleidung bot nur wenig Raum, deshalb hatten Robert und Harry jede Fuge genutzt, um Bierdosen, Obst, Kekse und dergleichen unterzubringen. Ich nahm ein herumliegendes scharfes Messer zur Hand und wog die Klinge ab. Dann schnitt ich damit einen Apfel in Stücke.

Ich musste auf der Eckbank eingenickt sein. Ich erwachte, weil etwas metallisch Klingendes rhythmisch klapperte und dann immer wieder aufschlug. Vor mir auf dem Tisch stand immer noch ein Teller mit Apfelresten und dem Messer. Die Geräusche rührten von einer Coladose her, die ich geleert haben musste und die nun auf dem Boden hin und her rollte und jeweils an den Ecken der kleinen Küche des Bootes anschlug. Dann bemerkte ich, wie das ganze Boot im Takt der Wellen schaukelte. Aus dem kleinen Fenster im Dach der Küche sah ich, dass sich der Himmel verdunkelt hatte und Wolken schnell und niedrig vorbeizogen. Ein Gefühl der Leere und unendlichen Verlassenheit kroch meine Wirbelsäule hinauf und setzte auf seinem Weg kalte Schweißtropfen auf der Haut frei. Wo war Harry? War das Boot in Gefahr? Umständlich befreite ich mich von dem Handtuch, das mir immer noch um den Körper geschlungen war und mich zu strangulieren drohte. Dann versuchte ich, mich an Deck emporzukämpfen, um die Lage zu überblicken.

Noch bevor ich die schmale Treppe erreicht hatte, trat oben der Schatten eines Mannes vor das diffuse Tageslicht, und ich wich erschrocken zurück. Es war Harry. Langsam kam er die Treppe herunter. Sein blauer Blick traf mich unvorbereitet. Ich suchte in seinen Augen nach Zärtlichkeit und fand keine. Noch immer war er in Badehosen gekleidet und Wassertropfen fielen von seiner Brust, die sich heftig hob und senkte. Er musste eben erst aus dem Wasser gestiegen sein.

»Das Wetter ist umgeschlagen«, stellte er das Offensichtliche fest.

Ich fragte nach Robert.

»Er ist noch an Land«, antwortete Harry und stützte sich nun schwer atmend an der Küchenplatte ab. »Robert wollte noch die Insel erkunden, ich bin vorher umgekehrt.« Er schluckte. »Ich habe dann die dunklen Wolken gesehen und …«, dann versagte seine Stimme.

Harry bemerkte, wie ich an ihm vorbei die Luke hinaufsah, ganz so als könnte ich dort Robert doch noch sehen und Harry einer Lüge überführen.

»Es ist, wie ich sage«, bemerkte er und musterte mich von oben bis unten, wie ich dort im Gang stand, noch im Badeanzug und vermutlich sterbensbleich. Langsam richtete er sich wieder auf und trat in den Gang.

Ich wich zurück auf die Eckbank. Angst erfüllte mich, Angst zu sterben – oder Schlimmeres. In einem Akt der Hilflosigkeit hob ich meine Arme wie zum Sparring, als könnte ich damit irgendetwas ausrichten.

Harrys Blick verengte sich.

»Für eine, die vorgibt, dass es egal sei, ob man lebt oder stirbt, klammerst du dich sehr daran, oder nicht?« Er schnaubte verächtlich. Dann öffnete er die Tür zu seiner Kabine, um sich einen Bademantel anzuziehen, ohne vom Gang zu weichen.

»Vielleicht möchte ich selbst darüber bestimmen, was mit mir geschieht«, antwortete ich zischend.

Harry funkelte mich einige Augenblicke lang von der Seite an. »Dafür tust du aber relativ wenig, oder nicht? Was ist Selbstbestimmung anderes als Weltveränderung? Ist nicht das, was ich will, auch das, was du willst?« Er tat einen Schritt auf mich zu.

»Du willst die Welt verbessern«, rief ich lauter, als ich wollte, »doch die Welt kann man nicht verbessern, deswegen ist alles, was du tust, zum Scheitern verurteilt! Niemals wirst du erreichen, was du suchst, und niemals bekommen, was du so begehrst, und deswegen wirst du eines Tages enttäuscht zusammenbrechen!«

Harry schrie nun: »Was ist das nur für eine erbärmliche Einstellung! Nicht einmal eine Veränderung zu wagen, zu denken! Wie sollte da jemals etwas passieren, wenn niemand auch nur wagt, von den ausgetretenen Pfaden abzuweichen? Wer etwas verändern will, der tut es eben!«

Ich war aufgesprungen und schrie zurück: »Ich tue auch etwas, indem ich lebe, wie ich lebe, aber immerhin mache ich mir keine Hoffnungen, jemals etwas zu verändern!« Dann, leiser: »Immerhin, ich bin frei. Weil ich mir keine Hoffnung mache, bin ich frei, losgelöst von jeglicher Verwertbarkeit und Nützlichkeit. Du wirst eines Tages aufwachen und feststellen, wie dein Traum von der Veränderung über die Jahre ganz langsam abgelöst worden ist durch die stete Bequemlichkeit des Geldes und des Erfolges. Dann tust du Dinge, die du nie wolltest, aber du redest dir ein, dass sie nützlich seien, um die Welt zu verändern. Heuchler!«

Mit einer letzten Anstrengung schleuderte ich Harry diese Worte entgegen, bevor mich die Kraft verließ wie zuvor schon einmal. Erst ließ ich die lächerlichen Fäuste sinken, dann fiel ich auf die Sitzbank zurück und ließ den Kopf hängen. Als Harry sich neben mich setzte, überfiel mich ein Weinkrampf, und ich spürte lange Zeit gar nichts mehr. Kurze Gedanken durchzuckten mich. Eine Erinnerung an meinen Vater. Die Frage, wo Robert wohl war. Wie viel Uhr es wohl sein mochte. Ob wir es jemals wieder nach Hause, an den Ententeich des Campusgeländes schaffen würden. Dann umfing mich Dunkelheit, und ich roch Harrys immer noch kalte, immer noch nasse Haut.

Als wir später wieder an Deck kletterten, sah unsere Lage gar nicht so schlimm aus. Unter Deck empfinde man das Schwanken eines Bootes oft heftiger als oben, erklärte Harry. Hier sahen wir, dass lediglich einige graue Wolken über den Himmel zogen, und schwache kleine Regentropfen rauten die Meeresoberfläche auf. Fest lag unser Boot am Anker. Arm in Arm mit Harry ließ ich meinen Blick über die menschenleere Küste schweifen. Nichts störte unsere Zweisamkeit.

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