Nach dem Verlagstreffen ist bekanntlich vor dem Verlagstreffen. Und so wundert es nicht, dass unsere Podcast-Crew auch nach unserer Veranstaltung in Altenburg noch enormen Redebedarf besitzt.
Also: Was hat geklappt, was nicht? Wie war die Stimmung? Wie wurden die einzelnen Gesprächsrunden aufgenommen? Wohin soll es beim nächsten Mal gehen? Und welches Programm erwarten die Besucher eigentlich?
Insbesondere letzterer Punkt muss heiß diskutiert werden. Denn uns stellt sich die grundsätzliche Frage, was Jungeuropa-Verlagstreffen eigentlich sein sollen: Akademien zur Schärfung des eigenen Weltbildes oder Netzwerkveranstaltungen mit reichlich guter Laune?
Benedikt Kaiser, Volker Zierke und Philip Stein sammeln ihre persönlichen Eindrücke und gehen dabei durchaus kritisch mit der eigenen Veranstaltungsreihe ins Gericht.
Mit dieser Episode strahlen wir zum 200. Mal unseren Podcast »Von rechts gelesen« aus. Seit 2016 begleiten wir das literarische Verlagsprogramm mit Futter für die Ohren.
Aus diesem Anlass haben wir euch um eure Fragen an die Mannschaft gebeten. Benedikt Kaiser, Volker Zierke und Philip Stein beantworten zumindest einen Teil davon.
Auf die nächsten 200 Episoden!
Stellt Russland tatsächlich eine ernst zu nehmende Gefahr für Deutschland und Europa dar? Oder hat der Bär seine Zähne und Klauen längst verloren? Taugt die Russische Föderation – unter Putin oder einem potenziellen Nachfolger – gar als zentraler Partner eines starken Europa?
Letztere Annahme ist seit Jahrzehnten Kern einer Idee, die sich »Multipolarität« nennt. Auf dem Abschlusspodium des Jungeuropa-Verlagstreffens am 2. Mai 2026 in Altenburg diskutierten Stefan Scheil, Dušan Dostanić und Benedikt Kaiser die Frage, ob diese Multipolarität nur Fiktion oder eine wirkliche Option sei.
Als Volker Zierke das Titelbild des zwischenzeitlich bei Jungeuropa verfügbaren Comics über das Leben von Hans-Ulrich Rudel erblickte, verfiel er sogleich in Schnappatmung. Schließlich ist dort ein deutsches Jagdflugzeug im Anflug auf britische Bomber zu sehen. Wer sich allerdings ein wenig mit dem höchstausgezeichneten Soldaten der Wehrmacht auskennt, weiß, dass dieser weder mit der Jagdfliegerei noch mit englischen Bombern sonderlich viel zu tun hatte.
Auch der Innenteil des Comics (der eigentlich aus den 70ern stammt) überzeugte unseren Jungeuropa-Autor wenig: falsche Details und Jahreszahlen sowie eine fragwürdige Geschichte über einen Konflikt mit der Gestapo vermiesen zumindest ihm das Lesevergnügen. Worauf Stein die Gegenfrage stellt: Muss denn jedes historische Thema bis ins kleinste Detail korrekt wiedergegeben werden – oder gibt es nicht auch die Möglichkeit, Geschichten »anders« zu erzählen, wenn man damit einen Punkt machen möchte?
Jedes Jahr laden wir von Jungeuropa zu unserem Verlagstreffen – und wieder kommt zusammen, was nun mal zusammenkommt: Hier trifft sich der Fußball-Hooligan mit dem Künstler, der flexible Realpolitiker mit dem Vorfeld-Ideologen. Das wird auch dieses Jahr in Altenburg wieder so sein.
Eine Woche vor dieser für uns so wichtigen Veranstaltung rekapitulieren Volker Zierke und Philip Stein noch einmal: Was ist geplant? Wer sitzt auf der Bühne, wer diskutiert mit wem und worüber? Was soll besser gemacht werden als noch 2025? Und vor allem: Wann kommt Jungeuropa endlich mal in den Westen?
Ernst Jünger ist die Ikone der Neuen Rechten – keiner, der etwas auf sich hält, kommt am »Waldgang« oder an »In Stahlgewittern« vorbei. Und das, obwohl sich diese beiden Werke eigentlich wie Feuer und Wasser gegenüberstehen, abgesehen davon, dass Ernst Jünger selbst sein politisches Werk gänzlich anders interpretiert hat als sein Sekretär Armin Mohler. Jener Mohler, der an Jüngers Legendenstatus in der Neuen Rechten nicht ganz unschuldig ist.
Volker Zierke und Philip Stein lasen »Jünger und die Folgen«, ein Buch, das sich mit Jüngers Wirkungsgeschichte auseinandersetzt – auch in der Rechten. Anschließend sprechen sie darüber, was es mit dem Jünger-Kult bei »uns« auf sich hat und warum man dabei auch kritisch sein darf.
Schiebermützen, Vintage-Anzüge, Undercuts, Fluppe im Mundwinkel: »Peaky Blinders« ist mehr als eine Netflix-Serie, »Peaky Blinders« ist ein Stil. Und das ist nicht einmal anerkennend gemeint, denn Stil über Substanz zu stellen, ist nicht nur in der Politik ein mageres Prinzip.
Sechs Staffeln hat »Peaky Blinders« bislang auf dem Buckel, und grundsätzlich sind auch Volker Zierke und Philip Stein Fans dieser Serie. Dementsprechend gern schauen sich die beiden den Film an, mit dem die Serie zum Abschluss gebracht werden soll – »Peaky Blinders: The Immortal Man«. Kann man eine langlaufende und von den Zuschauern heißgeliebte Serie überhaupt befriedigend abschließen, oder bleibt immer ein schales Gefühl danach? Nach »The Immortal Man« weiß unser Podcast-Duo mehr.
Anlässlich der Medienkampagne gegen Ulrich Siegmund, den Spitzenkandidaten der AfD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026, hat Nils Wegner vergangenen November in den sozialen Medien übersetzte Passagen eines Essays über Demütigung als politische Waffe verbreitet. Die jüngsten Fälle der jungen AfD-Politiker Kevin Dorow und Julia Gehrckens sowie der Generation Deutschland Nordrhein-Westfalen zeigen: Schuld und Scham bleiben Knuten des Establishments. Wir präsentieren deshalb mit freundlicher Genehmigung des Autors den Gesamttext in mehreren Teilen.
Hochfeste der Scham (IV): Angst und (Selbst-)Hass in Amerika weiterlesen
Große Veranstaltungen mit zahlreichen Referaten und Podien sind fast immer an einem zentralen Thema ausgerichtet. Das hat seine Vor- und Nachteile, insbesondere, was die Zusammensetzung des angesprochenen Publikums betrifft. Aber Sie kennen uns: Wir sind Jungeuropa – und so machen wir es auch bei unseren Veranstaltungen einfach ganz anders als alle anderen.
Verlagstreffen: Metropolregion Mitteldeutschland weiterlesen
Bis 2015, dem Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise, blickte die Republik abwechselnd mit Verachtung, Unverständnis oder Überheblichkeit auf die »Zone«. Doch seit der Osten durch seine Dissidenz an der Wahlurne und auf der Straße wieder an politischer Relevanz gewonnen hat, beteuert die Welt, man müsse »die Ossis« nur besser verstehen lernen.
Nicht zuletzt deshalb sind Wende- bzw. Nachwenderomane seit Jahren stark im Trend. Die deutsche Regisseurin Laura Laabs, Jahrgang 1985, stammt selbst aus dem Osten – und erzählt in ihrem Debütroman »Adlergestell« die Geschichten dreier junger Mädchen, die den berühmten Umbruch als Schülerinnen erleben. Erzählt Laabs, wie der »Freitag« schreibt, die Geschichte des Ostens wirklich neu? Benedikt Kaiser und Philip Stein sprechen über Laabs und ihren Roman.