Als Volker Zierke das Titelbild des zwischenzeitlich bei Jungeuropa verfügbaren Comics über das Leben von Hans-Ulrich Rudel erblickte, verfiel er sogleich in Schnappatmung. Schließlich ist dort ein deutsches Jagdflugzeug im Anflug auf britische Bomber zu sehen. Wer sich allerdings ein wenig mit dem höchstausgezeichneten Soldaten der Wehrmacht auskennt, weiß, dass dieser weder mit der Jagdfliegerei noch mit englischen Bombern sonderlich viel zu tun hatte.
Auch der Innenteil des Comics (der eigentlich aus den 70ern stammt) überzeugte unseren Jungeuropa-Autor wenig: falsche Details und Jahreszahlen sowie eine fragwürdige Geschichte über einen Konflikt mit der Gestapo vermiesen zumindest ihm das Lesevergnügen. Worauf Stein die Gegenfrage stellt: Muss denn jedes historische Thema bis ins kleinste Detail korrekt wiedergegeben werden – oder gibt es nicht auch die Möglichkeit, Geschichten »anders« zu erzählen, wenn man damit einen Punkt machen möchte?