Von rechts gelesen – Sendung 202 – »Sanditz«

Der Osten, der muss nun allerorten erklärt werden: Warum sind die neuen Bundesländer, wie sie sind, warum wählen die Bürger, was sie wählen, woher kommt die Wut, woher die Unversöhnlichkeit? Dieses Erklären, dieses Analysieren, das scheinbare Verstehen-Wollen hat Konjunktur im gesamtdeutschen Feuilleton, aber auch in der Welt der Romane und Filme. Jetzt schickt der in der Oberlausitz aufgewachsene Lukas Rietzschel seinen Roman »Sanditz« ins Rennen, der aus verschiedenen Perspektiven ostdeutsche Lebenswelten erforschen soll – vom Dorf, das dem Tagebau zum Opfer fällt, von Stasi-Repressionen und dem Widerstand der Bürger, vom Studium als »Ossi« im Westen, vom Zerfall eines Staates und einer Gesellschaft, von Sinnsuche, Corona und Ukrainekrieg.

Dabei wendet der recht junge Autor souverän sein Handwerkszeug an. Bei Benedikt Kaiser, Volker Zierke und Philip Stein will dennoch nicht so recht Einigkeit darüber entstehen, ob das Ergebnis denn zum »guten« Roman taugt. Deckt der Roman mit all seinen Facetten die Kernfrage ab – warum der Osten so ist, wie er ist?

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