Bis 2015, dem Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise, blickte die Republik abwechselnd mit Verachtung, Unverständnis oder Überheblichkeit auf die »Zone«. Doch seit der Osten durch seine Dissidenz an der Wahlurne und auf der Straße wieder an politischer Relevanz gewonnen hat, beteuert die Welt, man müsse »die Ossis« nur besser verstehen lernen.
Nicht zuletzt deshalb sind Wende- bzw. Nachwenderomane seit Jahren stark im Trend. Die deutsche Regisseurin Laura Laabs, Jahrgang 1985, stammt selbst aus dem Osten – und erzählt in ihrem Debütroman »Adlergestell« die Geschichten dreier junger Mädchen, die den berühmten Umbruch als Schülerinnen erleben. Erzählt Laabs, wie der »Freitag« schreibt, die Geschichte des Ostens wirklich neu? Benedikt Kaiser und Philip Stein sprechen über Laabs und ihren Roman.