Céline, »Der Herr der Ringe«, World of Warcraft, Kracht: In den nächsten Wochen und Monaten stehen aus kultureller Sicht einige spannende Ereignisse an. Den Anfang macht eine Neuauflage von World of Warcraft, die vor allem in den sozialen Medien für Furore sorgt. Zierke und Stein erinnern sich: Vor 20 Jahren war World of Warcraft ein Massenphänomen, inklusive eigener »South Park«-Folge und Werbung mit Ozzy Osbourne. Kann WoW 2026 noch einmal daran anknüpfen?
Weiter geht’s im Dezember mit der Verfilmung eines Romans von Christian Kracht, passenderweise unter der Regie von dessen Ehefrau Frauke Finsterwalder. Ob »Eurotrash« etwas wird? Das bisherige Œuvre Finsterwalders lässt Schlimmeres vermuten; und dabei waren Stein und Zierke schon von der Romanvorlage nicht restlos überzeugt.
Im Frühjahr nächsten Jahres soll dann »London« erscheinen, der neue Roman von Louis-Ferdinand Céline. Moment, neu? Genau genommen handelt es sich um ein aufbereitetes und neu übersetztes »Urmanuskript« des hierzulande als »Guignol’s Band« erschienenen Buches, das auf abenteuerliche Weise seinen Weg zurück an die Öffentlichkeit gefunden hat.
Erst im Dezember 2027 geht es wieder nach Mittelerde: »The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum« soll sich nahtlos in die (guten) »Der Herr der Ringe«-Filme einfügen. Kritische Distanz ist angebracht, aber eine gewisse Vorfreude lässt sich ebenfalls nicht leugnen.
Noch gar keinen Erscheinungstermin hat die deutsche Übersetzung des neuen Romans von Szczepan Twardoch: »Waldkauz« ist in Polen seit heute erhältlich. Allem Anschein nach geht es zurück nach Schlesien, ins historische Niemandsland und damit zu den Themen, die Twardoch wie kein anderer zu beschreiben versteht.
Stein und Zierke warten, fiebern den neuen Kulturerzeugnissen entgegen und sprechen über die Angewohnheit großer Konzerne, uns alte »Millennials« mit Rückgriffen auf die gute alte Zeit zu ködern.