Russland – immer wieder Russland. Die Frage nach dem richtigen Umgang mit der Macht im Osten spaltet nicht erst seit 2022 ganze politische Milieus. Auch vor 1945 wurde sie lebhaft diskutiert – und fand im »Nationalbolschewismus« und seinem Umfeld um Niekisch, Paetel, Strasser und Co. eine von vielen möglichen Antworten.
Rund 60 Jahre später, in den 1990er-Jahren, erlebte dieser Begriff in Russland selbst ein Revival – und brachte dabei nicht nur eine kuriose Partei hervor, sondern auch Künstler und Literaten. Einer von ihnen war Zakhar Prilepin, dessen Roman »Sankya« diese Geschichte erzählt.
Benedikt Kaiser, Volker Zierke und Philip Stein erklären, was den »Nazbol« ausmacht und wie »Sankya« ihn lebendig werden lässt.
Als Gabriele D’Annunzio am 12. September 1919 mit seinen Freischärlern, den berüchtigten Arditi, die Stadt Fiume besetzte, begann die kurze Existenz einer autonomen »rechten« Herrschaft, die später zum Mythos werden sollte. Bekannt wurde das Fiume des gefeierten Schriftstellers und Dichters D’Annunzio jedoch nicht nur für unbändigen Tatendrang und den Willen, das Alte kompromisslos zu zerschlagen, sondern auch als Experimentierfeld antibürgerlicher Ideen. Nudismus, Drogen, Alkohol und freie Liebe – all das gehörte ebenso zu dieser neuartigen Regentschaft. Doch bei aller Absurdität stellt sich die Frage: Waren D’Annunzio, Marinetti und Baron Keller von Kellerer und Wolkenkeller tatsächlich »Irre«, bloß exzentrische Clowns ohne tragfähige Ideen und geistige Substanz?
Der neue Roman des Kabarettisten Dirk Stermann, »Die Republik der Irren«, legt eine solche Deutung nahe. Benedikt Kaiser, Volker Zierke und Philip Stein haben das Buch gelesen und diskutieren es vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse in Fiume. Außerdem: Futurismus! Mussolini! Faschismus!
Louis-Ferdinand Céline ist ebenso berühmt wie berüchtigt: Den einen gilt er als genialer Schriftsteller, den anderen als »Antisemit« und Verfasser von vulgären Schimpftiraden. Vor nicht allzu langer Zeit sorgte der Fund verloren geglaubter Céline-Manuskripte für Aufruhr. »Krieg« ist eines der Fragmente aus diesem Nachlass des wohl umstrittensten französischen Schriftstellers.
Volker Zierke und Philip Stein besprechen den kurzen Roman, der von Verwundung und Genesung in einem frontnahen Hospital des Ersten Weltkrieges erzählt, und ordnen ihn in das Gesamtwerk Célines ein.
Eigentlich ist es im deutschen Film immer dasselbe, wenn es um die eigene Geschichte geht: Die Deutschen sind die Täter, andere die Opfer. So weit, so normal?
Anfang Januar feierte der Film »Der Tiger« seine Streaming-Premiere auf Amazon Prime Video. Und hier, so meinen Volker Zierke und Philip Stein, lässt sich eine erste, behutsame Trendwende erkennen. Außerdem erklärt Zierke, wie ein Panzer funktioniert – Stoff genug also für eine ausführliche Besprechung.
Trump bombardiert (wieder). Wo stehen wir? Neumann, Wegner und Benoist geben Antworten. Ein Überblick.
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Was ist das für ein Film, der mit einem Zitat des berüchtigten »Antisemiten« Louis-Ferdinand Céline einsetzt, vernichtende Kritiken erhielt und dem man »Voyeurismus« unterstellt? Es ist »Parthenope« von Paolo Sorrentino. Die Handlung kreist um eine junge Frau aus Neapel; beeindruckende Bilder erzählen eine Geschichte von Jugend, Schönheit und Vergänglichkeit. Kein Hollywood, sondern Europa pur. Oder?
Philip Stein und Volker Zierke besprechen den Film, deuten die Verbindungen zu Céline und Malaparte und erklären, warum »Parthenope« auch für Sittenwächter und Kulturkämpfer etwas zu bieten hat.
Es ist mittlerweile eine Tradition im Hause Jungeuropa, am Ende des Jahres noch einmal zurückzublicken: Welche Bücher haben wir veröffentlicht, welche Veranstaltungen durchgeführt, was lief gut, was lief schlecht? All diese Fragen beantworten wir in unserem großen Livestream zu Weihnachten, der nun auch als Podcast verfügbar ist.
Außerdem beantworten Benedikt Kaiser, Philip Stein und Volker Zierke in gewohnter Manier Zuhörerfragen und verlosen die eine oder andere Rarität.
Der 42. Breitengrad verläuft durch das Mittelmeer, passiert Italien nördlich von Rom und teilt auch die Adria in zwei Teile, einen nördlichen und einen südlichen. Ersterer Teil des Adriatischen Meeres ist ein Paradies für Hobby- und Sportsegler. So begab es sich dann auch, dass ich selbst mich vor einigen Jahren an Bord eines solchen Segelbootes nicht weit von diesem Breitengrad wiederfand.
42 Grad Nord weiterlesen
Zu meiner Überraschung sind in den Monaten seit dem Erscheinen meines Fundamente-Bandes Amerikanismus. Die Ideologie der westlichen Moderne von mittig-rechter bzw. liberalkonservativer Seite bislang nur neutrale bis positive Rückmeldungen eingegangen. Selbst Journalisten westlich orientierter Medien fanden – unter vier Augen – lobende Worte. Umso überraschender ist eine eher oberflächliche, jedoch abwertende Kritik von rechts.
Eine Replik zum Amerikanismus weiterlesen
Wer ist Zakhar Prilepin? Ein schäbiger Opportunist? Ein launisches literarisches Jahrhunderttalent? Oder einfach nur ein mit reichlich Testosteron ausgestatteter OMON-Schläger? Unser Autor Ilia Ryvkin kennt Prilepin, hat ihn im April 2013 in Berlin getroffen und verfolgt sein Schaffen seit Jahren. Zu seinem Roman Sankya, der in diesem Monat bei uns erscheint, hat Ryvkin dieses inoffizielle Vorwort verfasst.
My country, right or wrong – Prilepin und Ryvkin weiterlesen